Auswertungsbeispiel einer Mitarbeiterbefragung
Auswertung
Ziel der Analyse ist die Aufdeckung von Potentialen der Mitarbeiter des Krankenhauses. Dazu werden Stärken und Schwächen abgefragt, auf deren Auswertung sich Schulungen aufbauen. Dabei ist das Ziel, die Stärken auszubauen und die Schwächen zu verringern. Der Erfolg der Annäherung kann mittels Wiederholungsmessungen objektiv dokumentiert werden. Die daraus resultierende Selbstmotivation kann ebenso für eine bessere Kundenorientierung im Sinne des Qualitätsmanagements genutzt werden. Das Krankenhaus kann durch diese Studie die Mitarbeiterzufriedenheit eigenständig verbessern und damit einen wesentlichen Beitrag zur Existenzsicherung leisten.
Exemplarisch werden hier einige Befragungsergebnisse eines Musterkrankenhauses dargestellt und diskutiert. Die Art der Ergebnispräsentation ist sehr grafisch orientiert und erleichtert dadurch die Verständlichkeit der Ergebnisse.
Auswertungsbeispiele
1. Vergleich mit anderen Krankenhäusern
Die wohl interessanteste Auswertung ist der externe Vergleich der Mitarbeiterzufriedenheitsbeurteilung des eigenen Hauses mit den Werten der anderen Häuser. Der Vergleich mit anderen Häusern ermöglicht ein Benchmarking.
Um sich entsprechend einordnen zu können, wurden zwei unterschiedliche Darstellungsarten gewählt:
- Der absolute Vergleich
- Der relative Vergleich (Prozentrang)
Die Werte werden linear transformiert. Es sind Punktwerte von 0 bis 100 als Ergebnisse möglich. 0 Punkte bedeutet das schlechtest mögliche Ergebnis und 100 Punkte das bestmögliche Ergebnis. Zur grafischen Ergebnisdarstellung wurde die bekannte Fieberkurve eingesetzt.
Beispielkrankenhaus
externer Vergleich (absoluter Vergleich)
Grafik 1. Externer Vergleich mit Hilfe der Fieberkurve
Die Abb. 1 verdeutlicht individuelle Stärken und Verbesserungspotentiale des Beispielkrankenhauses. Die Stärken liegen im Bereich der Direkten Vorgesetzten und der Mitarbeiterbeurteilung, da hier die Werte über dem Durchschnitt der anderen Häuser liegen. Verbesserungspotentiale sind beispielsweise im Bereich der Bezahlung und der Mitarbeitervertretung vorhanden. Dieses Ergebnis zeigt deutlich, daß die Werte der einzelnen Facetten der Mitarbeiterzufriedenheit nicht additiv zu einer Gesamtzufriedenheit zusammengefaßt werden dürfen.
Grafik 2. Externer Vergleich in Form des Prozentrangs
Der relative Vergleich betrachtet nun wiederum den relativen Abstand zwischen den einzelnen Punktwerte der Krankenhäuser. Dieser Abstand wird in Prozenträngen ausgedrückt. Ein Prozentrang von 100 bedeutet, dass man in diesem Bereich das Beste ist. Ein Prozentrang von 40 bedeutet, dass 60% der Teilnehmer in diesem Bereich bessere Ergebnisse erzielt haben und somit 40% der Teilnehmer schlechter abschneiden.
2. Wichtigkeits-Zufriedenheitsmatrix
Es gibt 2 Arten von Wichtigkeits-Zufriedenheits-Matrizes:
- 2.1 Der interne Vergleich
- 2.2 Der externe Vergleich
2.1 Der interne Vergleich
Grafik 3. Wichtigkeits-Zufriedenheits-Matrix
Die Integration der Zufriedenheit und Wichtigkeit (Erwartung) erfolgt in der nächsten Grafik. Der Aufbau ist identisch mit dem Schaubild der Wichtigkeits-Zufriedenheits-Matrix für den externen Vergleich. Allerdings wird hier statt der absoluten Zufriedenheitswerte des Hauses die Differenz zwischen hausinternen und externen Zufriedenheitswerten dargestellt. Die Wichtigkeits-Zufriedenheits-Matrix kann als strategische Orientierungshilfe genutzt werden, da hier die einzelnen Themengebiete in Beziehung zueinander gesetzt werden.
3. Übersicht der Fragen mit dem jeweiligen Mittelwert
In dieser Übersicht werden die einzelnen Fragen mit ihrem entsprechenden Mittelwert dargestellt. Die Reihenfolge entspricht der Reihenfolge im Fragebogen. Diese Darstellung dient vor allem dem schnellen Überblick über die Ergebnisse der Befragung, da man an dieser Stelle sofort erkennen kann, wie einzelne Fragen bewertet wurden und mit welchem mittleren Punktwert sie versehen sind.
Grafik 4. Fragen zur Zufriedenheit
4. Übersicht der Zufriedenheitsfragen, nach Mittelwerten geordnet
Diese Übersicht ermöglicht es, sofort die Themengebiete zu finden, mit dem die Mitarbeitern am zufriedensten bzw. am unzufriedensten sind. Vergleichbar mit einer Hitliste sind hier die Fragen in absteigender Reihenfolge der Mittelwerte angeordnet. Das Themengebiet, mit dem die Mitarbeitern am zufriedensten sind, steht ganz oben und das Themengebiet, mit dem die Mitarbeitern am unzufriedensten sind, ganz unten.
Grafik 5. Übersicht geordnet nach Mittelwerte Extern
In dieser Darstellung (Tab. 1) sind die Einzelfragen schnell zu identifizieren, bei denen Stärken und Verbesserungspotentiale vorliegen. Dabei werden die Differenzen zwischen dem Mittelwert des Hauses und dem Mittelwert des Durchschnittshauses bestimmt. Der so ermittelte Wert beschreibt den Stellenwert innerhalb der Zufriedenheitsbeurteilung. An diesem Beispiel wird deutlich, daß der individuelle Zufriedenheitswert nur im Vergleich zum Durchschnittswerte anderer Häuser seine Aussagekraft erhält.
Zusammenarbeit der jeweiligen Berufsgruppen
Des Weiteren wird die Zusammenarbeit mit einzelnen Bereichen durch die Mitarbeiter benotet. Wenn vereinbart wird, dass der jeweilige Arbeitsbereich angegeben wird, sind Beziehungsgeflecht und Schnittstellenprobleme darstellbar.
Grafik 6. Benotung der einzelnen Berufsgruppen
Die Spalte Benotung gibt in Schulnoten von 1 bis 6 einerseits die Bewertung der Zusammenarbeit durch die eigene Gruppe und andererseits auch den Vergleichswert durch die restlichen Personalgruppen.
Diese und weitere detaillierte Gruppenauswertungen sind immer dann möglich, wenn eine Gruppe aus mindestens 5 Personen besteht, damit aus den Aussagen nicht auf die antwortenden Personen rückgeschlossen werden kann.